Backup Funktionalität (Ersatzschaltung)

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Eines der neuen Merkmale des CODEC_NAME_ARIAL12_001 ist die Möglichkeit, eine Ersatzschaltung (Backup) einfach realisieren zu können. Es sollte aber mindestens die Systemversion 3.2.0.0 (oder höher) verwendet werden.

 

1. Allgemein

Backup bedeutet, dass automatisch eine Ersatzschaltung aufgebaut wird, sobald die Hauptstrecke die Synchronisation (Framing) verliert. Bei der Backup-Funktionalität des CODEC_NAME_ARIAL12_001 wird auch nach Aufbau der Ersatzstrecke die Hauptstrecke überwacht. Sobald diese wieder einsatzbereit ist (d.h. Framing ist erkannt), wird automatisch auf die Hauptstrecke zurückgeschaltet und die Ersatzstrecke deaktiviert.

Im Backup Modus laufen beim CODEC_NAME_ARIAL12_001 zwei Untermodule. Das erste Untermodul ist für die Hauptstrecke verantwortlich, während über das letzte Untermodul (i.R. Untermodul 2) die Ersatzschaltung läuft.

Die Backup Funktionaliät ist der Gateway Funktionalität ähnlich. Bei beiden arbeiten zwei Untermodule. Im Gegensatz zum Gateway Modus wird im Backup Modus das letze Untermodul nur aktiviert, wenn die Strecke des ersten Untermoduls nicht mehr synchronisiert ist (!). Beim Gateway Modus muss das erste Untermodul synchronisiert sein, damit das letzte Untermodul läuft.

 

X.21 Satellitenstrecke mit ISDN Ersatzschaltung

 

Backup_Beispiel_001

 

Das obere Bild zeigt wie eine X.21 Satellitenstrecke (MPEG L2 und 256 kbit/s) gesichert wird durch eine ISDN-Strecke mit AAC (MPEG 4) und 128 kbit/s. Die Audioqualität der Ersatzstrecke ist ungefähr die der Hauptstrecke, da AAC (MPEG 4) das wesentlich effizientere Codierverfahren ist.

 

2. Einzustellende Parameter

Im Backup Modus müssen zwei Parameter gesetzt werden:

2.1 Backupzeit

Die Backupzeit legt fest (in ms), wie lange die Hauptstrecke die Synchronisation verloren haben muss, bevor die Ersatzstrecke geschaltet wird. Ferner wird durch sie auch festgelegt, wie lange die Hauptstrecke wieder in Ordnung sein muss bevor auf diese zurückgeschaltet wird.

2.2 Backupverbindung

Die Backupverbindung kann folgendes sein

Die letzte Verbindung

oder

Ein Telefonbucheintrag (empfohlen)

Anmerkung:

Um zu vermeiden, dass jeder kleine Synchronisationswackler die Ersatzstrecke aufbaut, sollte die Backupzeit 2.000 ms nicht unterschreiten

Anmerkung 2:

Ist bei einer Ersatzschaltung eine X.21/V.35 Verbindung involviert (egal ob Haupt- oder Ersatzstrecke), dann muss die Backupzeit mindestens auf 3.000 ms gesetzt werden.

 

3. Einschränkungen

Theoretisch kann jede Übertragungsschnittstelle für jede andere Übertragungsschnittstelle eine Ersatzschaltung aufbauen. Es gibt aber ein paar Einschränkungen:

Ist die Ersatzstrecke eine IP-Verbindung, muss RTP verwendet werden
Ein Backup einer X.21/V.35 Strecke auf eine andere X.21/V.35 Strecke ist nicht möglich
Der Backup Modus kann nicht aktiviert werden, wenn der Gateway-Modus, der Dual Codec Modus oder der Punkt-zu-Mehrpunkt-Modus (PMP) eingeschaltet ist.

 

4. Zu berücksichtigende Punkte

Im folgenden Kapitel wird angenommen, dass die Backupverbindung über das zweite Untermodul läuft (wie es beim CENTAURI II 300x; CENTAURI II 330x, MERKII und GANYMED 1102 der Fall ist).

4.1 Verwendung der letzten ISDN B-Kanäle

Da es keinen Parameter gibt, der festlegt, welche B-Kanäle von 1. Untermodul (Hauptstrecke) und welche vom 2. Untermodul (Ersatzstrecke) verwendet werden, benutzt die Ersatzstrecke automatisch die letzten B-Kanäle. Dies bedeutet konkret:

Bei Telefonbucheinträgen, die als Ersatzschaltung verwendet werden, müssen die letzten Nummern verwendet werden z.B. bei einer CIM40 ISDN-Karte und einer Bitrate von 128 kbit/s müssen die zu wählenden Nummern bei #7 und #8 eingetragen werden.
 
Backup_Telefonbucheintrag_isdn_001
 
Wird die Ersatzschaltung über ISDN realisiert, muss das ISDN Kabel beim letzten ISDN-Port angeschlossen werden z.B. bei einer CIM40 ISDN-Karte und einer Bitrate von 128 kbit/s  muss das ISDN Kabel am ISDN-Port S04 eingesteckt werden.
 
Backup_isdn_001

 

4.2 Untermodule verwenden verschiedene IP-Ports
Bei RTP verwenden die unterschiedlichen Untermodule unterschiedliche RTP Ports (siehe auch Kapitel Notwendige Einstellungen für synchronisierte Verbindungen/Wie baue IP Verbindungen auf/IP Ports). Das bedeutet, dass das Untermodul 2 standardmässig die Ports 5014 und 5015 verwendet (vorausgesetzt Systemversion >= 3.2.0.30). Soll die Backupverbindung aber zu dem Untermodul 1 eines anderen Mayah Codecs verbunden werden, dann müssen die Ports 5004 und 5005 zum Einsatz kommen. Deshalb muss beim entsprechenden Telefonbucheintrag die IP-Adresse folgendermassen lauten:
<IP-Adresse des Gegenstellencodecs>:5004

z.B.: 88.217.252.72:5004

 

5. Nützliche Hinweise

5.1 Unabhängiges Testen der Haupt- und Ersatzstrecke

Bevor der Backup Modus aktiviert wird, sollte ersteinmal sowohl die Hauptverbindung als auch die Ersatzverbindung unabhängig voneinander getestet werden. Dabei müssen natürlich die Hinweise aus den Punkten 3 und 4 beachtet werden.

5.2 Aktivierung des Backup Modus bei beiden Mayah Codecs

Wenn die Ersatzverbindung zwischen den gleichen Mayah Codecs aufgebaut werden soll wie die Hauptverbindung, dann sollte auch beim nicht-verbindungsaufbauenden Mayah Codec der Backup Modus aktiviert werden. Dabei sollte für die Ersatzschaltung der gleiche Telefonbucheintrag verwendet werden wie beim verbindungsaufbauenden Mayah Codec, mit aber folgenden Änderungen:

Die Backupzeit sollte ca. 1.000 ms kürzer sein
Beim Telefonbucheintrag des Backup dürfen keine Nummern oder IP-Adressen eingegeben werden

 

6. Konfiguration

Der Backup Modus kann über den Menüpunkt Einstellungen/Andere aktiviert werden.

 

7. Änderung beim Hauptfenster

Bei aktiviertem Backup Modus wird das ausgewählte Untermodul auch im Hauptfenster angezeigt. Ferner kann man mit den Tastenkombinationen <STRG><1> und <STRG><2> zwischen den Untermodulen umschalten.

 

backup_Hauptfenster_001