Gateway Funktionalität

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Eines der neuen Merkmale des CODEC_NAME_ARIAL12_001 ist die Möglichkeit, eine Gateway-Schaltung einfach realisieren zu können. Es sollte aber mindestens die Systemversion 3.2.0.123 (oder höher) verwendet werden. Alle in diesem Kapitel beschriebenen Merkmale und Einstellungen beziehen sich auf diese Version 3.2.0.123. Dennoch ist die Gateway-Funktionalität auch bei der Version 3.2.0.0 enthalten. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte support@mayah.com.

 

1. Allgemein

Als Gateway ist ganz allgemein ein Gerät definiert, dass eine Protokollumsetzung zwischen verschiedenen Netzwerken und Anwendungen durchführt. Dabei ist eine Umsetzung auf allen sieben Schichten des ISO/OSI Schichtenmodells möglich.

Unter der Gatewayfunktionalität des CODEC_NAME_ARIAL12_001 versteht man die Fähigkeit, Audio über eine Netzschnittstelle zu empfangen und über eine andere Netzschnittstelle weiterzuleiten z.B. Audio über ISDN empfangen und per IP-Multicast in ein LAN zu streamen. In gewisser Weise kann die Gatewayfunktionalität als Weiterschaltung einer Verbindung gesehen werden.

Im Gateway Modus laufen beim CODEC_NAME_ARIAL12_001 zwei Untermodule. Das erste Untermodul ist für die Hauptstrecke verantwortlich, während das letzte Untermodul (i.R. Untermodul 2) für die Weiterleitung des Audios auf die andere Netzschnittstelle sorgt.

Die Gatewayfunktionalität ist der Backup Funktionalität ähnlich. Bei beiden arbeiten zwei Untermodule. Im Gegensatz zum Backup Modus wird im Gateway Modus das letze Untermodul dann aktiviert, wenn die Strecke des ersten Untermoduls synchronisiert ist. Beim Backup Modus wird durch Ausfall der Synchronisation beim ersten Untermodul die Verbindung des Backup Untermoduls aktiviert.

 

ISDN/IP-Multicast Gateway Funktionalität

 

Gateway_Beispiel_001

 

Das obere Bild zeigt wie über ISDN empfangenes Audio (MPEG L2, 32 kHz, 128 kbps, joint stereo) in ein LAN per IP-Multicast mit der Qualität AAC (MPEG2), 48 kHz, 128 kbps, stereo weitergeleitet wird.

 

2. Einzustellende Parameter

Für den Gateway Modus müssen zwei Arten von Parametern gesetzt werden.

2.1 Gateway Verbindung

Die Gatewayverbindung kann folgendes sein

Die letzte Verbindung

oder

Ein Telefonbucheintrag (empfohlen)

2.2 Audioschnittstelle

Beim Gateway Modus wird das Audio intern über die Audioschnittstellen weitergeleitet. Deshalb muss der Audioausgang des ersten Untermoduls identisch zum Audioeingang des Gateway Untermoduls sein (meist Untermodul 2). Das heisst, dass bei Verwendung eines Telefonbucheintrages für die Gatewayfunktionalität, die Audioquelle des Encoderprofils identisch zum Audioausgang des Untermoduls 1 sein muss. Deshalb wird häufig folgende Konfiguration genommen:

Audioausgang von Untermodul 1: adat12
Audioquelle des Encoderprofils des Gateway Telefonbucheintrages: adat12

Wenn das Audio auch zurückgeroutet werden soll, dann muss ferner der Audioeingang des Untermoduls 1 mit dem Audiotyp des Dekoderprofils des Gateway Telefonbucheintrages übereinstimmen.

Anmerkung

Das Audio wird wird im unkodierten Zustand geroutet d.h. es findet keine Transcodierung statt sondern es entsteht im Gateway Modus eine weitere Codier-Generation.

 

3. Einschränkungen

Theoretisch kann Audio von jeder Übertragungsschnittstelle zu jeder anderen Übertragungsschnittstelle weitergeleitet werden. Es gibt aber ein paar Einschränkungen:

Wenn das Gateway Untermodul IP benutzt, muss RTP verwendet werden
Eine Gatewayweiterschaltung von einer X.21/V.35 Strecke zu einer anderen X.21/V35 Strecke ist nicht möglich
Der Gateway Modus kann nicht aktiviert werden, wenn der Backup Modus, der Dual Codec Modus oder der Punkt-zu-Mehrpunkt Modus (PMP) eingeschaltet ist.

 

4. Zu berücksichtigende Punkte

Im folgenden Kapitel wir angenommen, dass die Gatewayverbindung über das zweite Untermodul läuft (wie es beim CENTAURI II 300x, CENTAURI II 330x, MERKII und GANYMED 1102 der Fall ist).

4.1 Verwendung der letzten ISDN B-Kanäle

Da es keinen Parameter gibt, der festlegt, welche B-Kanäle vom 1. Untermodul (Hauptstrecke) und welche vom 2. Untermodul (Gatewaystrecke) verwendet werden, benutzt die Gatewaystrecke automatisch die letzten B-Kanäle. Dies bedeutet konkret:

Bei Telefonbucheinträgen, die für die Weiterschaltung per Gatewayfunktionalität verwendet werden, müssen die letzten Nummern verwendet werden z.B. bei einer CIM40 ISDN-Karte und einer Bitrate von 128 kbit/s müssen die zu wählenden Nummern bei #7 und #8 eingetragen werden.
 
Gateway_Telefonbucheintrag_isdn_001
 
Wird die Weiterschaltung über ISDN realisiert, muss das ISDN Kabel beim letzten ISDN-Port angeschlossen werden z.B. bei einer CIM40 ISDN-Karte und einer Bitrate von 128 kbit/s muss das ISDN Kabel am ISDN-Port S04 eingesteckt werden.
 
Backup_isdn_001

 

4.2 Untermodule verwenden verschiedene IP-Ports
Bei RTP verwenden die unterschiedlichen Untermodule unterschiedliche RTP Ports (siehe auch Kapitel Notwendige Einstellungen für synchronisierte Verbindungen/Wie baue IP Verbindungen auf/IP Ports). Das bedeutet, dass das Untermodul 2 standardmässig die Ports 5014 und 5015 verwendet (vorausgesetzt Systemversion >= 3.2.0.30). Soll die Gatewayverbindung aber zu dem Untermodul eines anderen Mayah Codecs verbunden werden, dann müssen die Ports 5004 und 5005 verwendet werden. Deshalb muss beim entsprechenden Telefonbucheintrag die IP-Adresse folgendermassen lauten:
<IP-Adresse des Gegenstellencodecs>:5004

z.B.: 88.217.252.72:5004

 

5. Nützliche Hinweise

5.1 Unabhängiges Testen der Haupt- und Weiterleitungsstrecke

Bevor der Gateway Modus aktiviert wird, sollte ersteinmal sowohl die Hauptverbindung als auch die Gatewayverbindung unabhängig voneinander getestet werden. Dabei müssen natürlich die Hinweise aus den Punkten 3 und 4 beachtet werden.

5.2 Keine Weiterleitung von Zusatzdaten

Standardmässig werden keine Zusatzdaten weitergeleitet.

 

6. Konfiguration

Der Gateway Modus kann über den Menüpunkt Einstellungen/Andere aktiviert werden.

 

7. Änderung beim Hauptfenster

Bei aktiviertem Gateway Modus wird das ausgewählte Untermodul auch im Hauptfenster angezeigt. Ferner kann man mit den Tastenkombinationen <STRG><1> und <STRG><2> zwischen den Untermodulen umschalten.

 

backup_Hauptfenster_001